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wb00882_.gif (263 Byte)  78. Bachfest der Neuen Bachgesellschaft            wb00882_.gif (263 Byte)  Musikfesttage an der Oder 2003


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Eine Bach-Stadt ist Frankfurt (Oder) seit jenem 9. September 1734, an dem sich der zweitgeborene Sohn des Thomaskantors, Carl Philipp Emanuel, als Student der Rechte in die Matrikel der Alma mater Viadrina einschrieb. Wie in seiner Selbstbiographie bezeugt, hat er in der Stadt an der Oder »eine musikalische Akademie als auch alle damals vorfallenden öffentlichen Musiken bey Feyerlichkeiten dirigirt und komponirt«. Dass auch Cembalokonzerte des Vaters erklangen, konnte jüngst von der Bachforschung nachgewiesen werden. Nur drei Jahre beherbergte Frankfurt den Bach-Sohn in seinen Mauern, gemessen an dem langen Lebensweg ein kurzer Zeitabschnitt, der jedoch entscheidend für die geistige Ausrichtung und die künstlerische Laufbahn des als »Berliner« oder »Hamburger Bach« in die Musikgeschichte eingegangenen Komponisten wurde.
Heute gilt Carl Philipp Emanuel Bach als die musikalische Schlüsselfigur der Stadt seines studentischen Daseins, fest integriert in das überaus reich entfaltete Musikleben Frankfurts. Für die Ausrichtung des 78. Bachfestes der Neuen Bachgesellschaft im Rahmen der »Musikfesttage an der Oder« 2003 ergeben sich somit optimale Bedingungen. Drei Spezifika sind es vor allem, die für ein unverwechselbares Profil der hiesigen Musikszene sorgen:

- Frankfurts Bedeutung als Kultur- und Kunstzentrum im Land Brandenburg
- seine Brückenkopffunktion nach Polen und Osteuropa, in deren Folge sich ein dichtes musikkulturelles 

  Beziehungsgeflecht entwickelt hat
- die intensive Pflege und Erforschung der Musik von Carl Philipp Emanuel Bach


An diesen Besonderheiten partizipiert das Bachfest 2003 mit seiner inhaltlichen Schwerpunktsetzung »Marienfeste im Werk J. S. Bachs«. Von einheimischen und polnischen Ensembles interpretiert, werden sechs der elf überlieferten, von Bach für die Feste Mariae Reinigung, Verkündigung und Heimsuchung komponierten Kantaten erklingen. Das Magnificat, der Lobgesang der Maria, hören wir in für den evangelischen wie katholischen Gottesdienst bestimmten Vertonungen. Absichtsvoll wird das Bachfest mit der Magnificat-Fuge BWV 733 und Marianischer Chormusik eröffnet. Und wie immer findet das kompositorische Oeuvre Bachs in seiner Gattungsvielfalt gebührend Berücksichtigung, als Orgel-, Klavier- und Kammermusik, als komplette Aufführung der Brandenburgischen Konzerte, als Bach-Bearbeitungen von Liszt und Markevitch...


Die traditionell in Frankfurt beheimatete Pflege der Musik des zweiten Bach-Sohns erfährt besondere Akzente mit der ersten deutschen Wiederaufführung der »Dank-Hymne der Freundschaft«, die zum Bestand des gerade aus Kiew rückgekehrten Notenarchivs der Sing-Akademie zu Berlin gehört, sowie mit der Präsentation der ersten Notenbände der Carl-Philipp-Emanuel-Bach-Ausgabe. Eine Wiederaufführung erlebt auch ein Deutsches Magnificat des bei Guben an der Neisse gebürtigen Johann Crüger, das in einem Zyklus von acht doppelchörigen Magnificatvertonungen 1626 in Berlin erschien, in der Folgezeit jedoch der Musizierpraxis kaum zugänglich war.
Künstler und Ensembles aus osteuropäischen Ländern treffen zusammen mit hiesigen und formen mit an einer überzeugenden Gesamtkonzeption des Bachfestes. Drei Orgelexkursionen, ein Symposium, Konzerte der unterhaltenden Form und – erstmals – ein »Treff bei Bach«, ein Ort der Kommunikation und Geselligkeit, runden das reichhaltige künstlerische Programm ab und bekräftigen mit dem Motto bach>oder ein weiteres Mal Frankfurts Anspruch, eine Bach-Stadt zu sein.

Wir laden Sie, verehrte Musikfreunde, sehr herzlich ein, nach Frankfurt zu kommen.

Martin Patzelt
Oberbürgermeister
der Stadt Frankfurt(Oder)


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